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Was feiern wir da eigentlich?

Heidnischer Brauch? Christliches Fest?
Nostalgische, heile Welt?

Im Jahre 325 beschloß ein christliches Konzil, dass das Osterfest ein beweglicher Feiertag sein und alljährlich am ersten Sonntag nach der ersten Vollmondnacht seit Frühlingsbeginn gefeiert werden sollte. Dies heißt, dass Ostern zwischen dem 22. März (dem Tag, an dem die Tage wieder länger werden) und dem 25. April liegen kann. Genau ausrechnen kann man das auch nach der Osterformel von Carl Friedrich Gauß (siehe www.b-e-c-k-e-r.at/gerald/cms/diesdas/osterkalender.htm)

c) FreeFoto.com Somit wird das Osterfest automatisch mit den heidnischen Frühlingsfesten in Verbindung gebracht, die ja auch das Ende des Winters feiern.
Am Bekanntesten sind die Feste zur Tagundnachtgleiche, die im Namen der keltischen Göttin Ostara gefeiert werden, von der jedoch einige Forscher behaupten, sie hätte es als Kultgöttin niemals gegeben.

Ein Sprachwissenchaftler an der Uni Göttingen meint jetzt einen anderen Grund für das Wort Ostern gefunden zu haben. In nordgermanischen Sprachen gibt es eine Wortfamilie, die Wasser, schöpfen (ausa), begießen (austr) usw. beinhaltet. Gerade in der Anfangszeit des Christentums war die Taufe, also das Eintauchen, Begießen oder Besprenkeln mit Wasser das zentrale Eregnis an Ostern, welches vielleicht die Namensgebung erklärt. Zumal das Wort Ostern ein Plural ist und man bei der Taufe dreimal begossen wird.

Wie auch immer Ostern zu seinem Namen kam, viele der Bräuche stammen aus heidnischen Zeiten oder haben Ursprünge in weit zurückliegenden Jahrhunderten. Dazu gehören Symbole und Vorstellungen vom allmählichen Erwachen des Frühlings und von neuem Leben. Was wäre dazu besser geeignet als das Ei?


Woher kommt der Brauch des Ostereis?
Eier, die Leben symnolisieren sollten, fanden sich bereits in vorchristlicher Zeit in germanischen Gräbern oder wurden in China als Geschenk bei der Geburt eines Sohnes vergeben. Die christliche Kirche, die sich häufig heidnische Gebräuche aneignete, entdeckte das Ei als Sinnbild der Auferstehung schon sehr früh.

Als dann im Laufe der Jahre die Verbote für die Fastenzeit vor Ostern sich auch auf das Essen von Eiern ausweiteten, die Hühner natürlich aber nicht aufhörten jeden Tag Eier zu legen, sammelten sich viele Eier an, die nach der Fastenzeit - also zu Ostern - verwertet werden mussten.

Bereits seit dem siebten Jahrhundert wurden am Ostersonntag Speisen gesegnet, ab dem zwölften Jahrhundert dann auch die gesammelten Eier. Das Färben der Ostereier spielte eine wichtige Rolle, denn nur so konnten die geweihten von den ungeweihten gewöhnlichen Eiern unterschieden werden.

historisches Fabergé EiDie Qual der Farbwahl gab es allerdings damals noch nicht, da alle Eier einfarbig rot gefärbt wurden, was teilweise auch mit der Farbe des Blutes Christi gedeutet wurde. Erst zu Beginn des 13. Jahrhunderts begann man mit der küntlerischen Gestaltung der Ostereier. Bald kam dann auch der Brauch auf, Ostereier aus vielen verschiedenen Materialien selber zu erschaffen, z. B. aus Holz, Papier, Glas, Metall, Silber, Gold... usw. Die heute wohl bekanntesten und teuersten Eier sind die Fabergé-Eier aus edelsten Metallen und Juwelen. Sie wurde erstmalig 1885 von der Familie Fabergé an Zar Nikolaus II. verschenkt.



Welchen Zeitraum bezeichnet man als Ostern?
(c) FreeFoto.com Seine Wurzeln hat das christliche Osterfest im jüdischen Pessach (aramäisch und bibelgriechisch Pas:cha gesprochen), einem Fest, das von den Juden noch immer am 14. Tag des jüdischen Frühlingsmonats Nisan gefeiert wird. Zur Zeit dieses Festes soll Jesus in Jerusalem gekreuzigt worden sein.

Für alle Christen ist die darauf folgende Auferstehung Jesu ein zentrales Ereignis ihres Glaubens, weil der Tod hier nicht als Ende, sondern als Neubeginn eines neuen Lebens gesehen wird. Symbolhaft siegt also das Leben über den Tod, die Liebe über den Hass.

Nach kirchlichem Kalender beginnt die Fasten- oder auch Passionszeit genannt, am Aschermittwoch und dauert 40 Tage. Die Osterzeit besteht aus 50 Tagen - bis Pfingsten.

Für die meisten Arbeitnehmer jedoch besteht Ostern aus den Tagen von Gründonnerstag bis Ostermontag. Für jeden dieser Tage gibt es bestimmte Bräuche, die mehr oder weniger lebendig geblieben sind.

Gründonnerstag
Der Donnerstag vor Ostern gilt als Tag der Einsetzung des Abendmahls, der Tag, an dem Jesu sein letztes Abendmahl gegeben hat. Die Bezeichnung 'grün' soll angeblich von dem Wort 'gronan' kommen, dass 'greinen/weinen' bedeutet.

Grün ist aber auch die Farbe des Frühlings, des neuen Lebens und dementsprechend wurden bereits in heidnischen Festen grünende Zweige verwendet. Auch der Speisezettel sollte Grünes enthalten, damals Nesseln mit grünem Kohl zu Ehren des Donnergottes Thor. Heute wird am häufigsten Spinat mit Eiern zubereitet, aber auch Suppen mit vielerlei Frühlingskräutern wie Petersilie, Schnittlauch, Sauerampfer, Löwenzahn, Brennessel ... usw. werden gerne gekocht.

Am Gründonnerstag werden die ausgeblasenen, bunten und reich verzierten Eier in die am Frühlingsanfang geschnittenen Zweige gehängt.

Karfreitag
Kara bedeutet im Althochdeutschen 'Wehklagen'. Der Freitag vor Ostern gilt nämlich als Todestag Jesu. In heidnischen Zeiten buk man am Freitag vor Ostern symbolhafte Gebäckstücke in Form einer Sonne als Symbol der wieder kräftiger werdenden Strahlen.

Ostersamstag
Heute ist der Tag, an dem das Holz für die Osterfeuer aufgeschichtet werden, was man noch in vielen Ortschaften, z. B. im Harz, beobachten kann. Zu einer Zeit als Wärme und Licht noch nicht aus der Steckdose kamen, wurden damals auch alle Feuer in Herd und Kamin gelöscht, um sie am Abend mit dem Osterfeuer neu zu entzünden. Eine ähnliche Symbolik haben die brennenden Wagenräder, die über die Felder gerollt werden. Sie symbolisieren die Kraft der Sonne.

Im christlichen Glauben ist der Samstag vor Ostern ein Tag der Stille, an der auch keine Messen stattfinden. Es wird der Grabesruhe Jesu gedacht und dient als Vorbereitung auf den Tag der Auferstehung am Ostersonntag.

Im Haus vertrieb man sich die Zeit und tut es noch bis heute, mit dem Bemalen der Eier für das gemeinsame Osterfrühstück. Dabei kommen auch die traditionellen Naturfarben wieder zum Einsatz, die fast jeder zuhause hat:
  • Zwiebelschalen oder/und Tee, in Wasser aufgekocht, färben Eier braun
  • Efeu- und Brennesselblätter ergeben eine grüne Färbung
  • Safran und Kümmel verleihen eine Gelbfärbung
  • Roterübensaft lässt Eier erröten
Dabei verstärkt eine wenig Essig die Leuchtkraft der Farben. Anschließend reibt man diese Eier mit Speckschwarte ab, damit sie schön glänzen.

Ostersonntag
Wer sich am Ostermorgen im fließenden Bach wäscht, bleibt immer jung und schön. So behaupten es die alten Legenden. Wichtig sei es, dabei ungestört zu sen, weshalb junge Mädchen und Frauen schon sehr früh am Tag zur Quelle gingen.

Die christlichen Kirchen griffen auch diesen Brauch auf und veranlassten, dass das Taufwasser nur zweimal im Jahr (Ostern und Pfingsten) geweiht werden durfte. Dieses Wasser konnte von Gläubigen nach Hause genommen werden und diente der Segnung von Haus und Hof ein Brauch, der sich bis heute gehalten hat. Der Ostersonntag gilt als Tag der Auferstehung Jesu.

Ostermontag
Dieser Tag galt in Dorfgemeinschaften von jeher als Tag der Begegnung mit lustigen Spielchen mit und um Eier, die auf die heidnische Symbolkraft anspielten. Im christlichen Glauben ist der Ostermontag der Tag, an dem die Jünger dem auferstandenen Jesus begegneten.

Weitere weltweite Osterbräuche finden Sie unter:
www.osterseiten.de
http://frankfurt-interaktiv.de
Lesen Sie auch: Warum versteckt der Osterhase die bemalten Eier?

Basteltipp:

Je zwei runde Ostereier auf Papier malen, die Kinder anmalen lassen und dann an einem langen Faden jeweils zwei davon zusammenkleben. Jedes zweite Ei mit Photos bekleben. Fertig ist eine schöne Osterdekoration für Oma und Opa.