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Woher kommt eigentlich der Karneval?
Karneval, eine närrische Zeit?


Das Wort Karneval stammt aus dem lateinischen und besteht aus den Wörten 'caro' (Fleisch) und 'elevare'(aufheben). Es bedeutet also die Aufhebung des Fleisches und deutet so auf den Beginn der Fastenzeit.hin. Im Mitttelalter war jedoch nicht nur Fleisch verboten, auch Milch, Butter, Käse, Eier oder Fett waren nicht erlaubt. Logischereise konnten viele dieser Lebensmittel nicht über die gesamte Fastenzeit aufgehoben werden, also gab es vor dem Beginn der Fastenzeit große Gelage, bei denen die Menschen sich noch eimal so richtig sattessen konnten und die verderblichen Waren wurden während der üppigen Feste verputzt. So entstanden auch die in Fett gebackenen Krapfen.
Da in der Fastenzeit auch sexuelle Enthaltsamkeit gewünscht war, tobte man sich vorher noch einmal so richtig aus. Auf den mittelalterlichen Festen ging es daher nicht gerade prüde zu und schon war Karneval ein Fest mit reichlich Essen und Trinken, Tanz und Spaß und was noch so dazu gehört.

Im 15. Jahrhundert entdeckte man neue Möglichkeiten der Unterhaltung. Immer mehr Spielleute und Musikanten verzauberten die Gäste mit Unterhaltungseinlagen. Vor allem die Handwerksgesellen überboten sich mit Wettkämpfen in bäuerlichen Disziplinen und zogen buntgekleidet durch die Städte, woraus sich schon bald ganze Umzüge entwickelten und das Verkleiden immer mehr an Bedeutung gewann.

Obwohl man dem Fastnachtstreiben vor der Fastenzeit zu Beginn sehr tolerant gegenüberstand, veränderte sich die kirchliche Haltung durch den Kirchenlehrer Augustus. Schon bald interpretierte die Kirche die Fastenzeit als 'Civitas dei' (Gottesstaat) und die Fastnacht als 'civitas diaboli' (Teufelsstaat). An dem Fastnachtstreiben an sich änderte das wenig, allerdings veränderte sich die Kostümierungen und negative Figuren wie Teufel und andere gottlose Gestalten gewannen am Bedeutung. Die Kirche tolerierte dies als Demonstration der gottlosen und unheilvollen Welt.

Einhergehend mit dieser Entwicklung entstand auch eine neue Fastnachtsfigur, die immer stärker zum Repräsentanten der Fastnacht schlechthin wurde: der Narr. Die Figur des Narren wird heute gleichgesetzt mit der eines lustigen Menschen, eines Spaßmachers oder Possenreißers. Ursprünglich war die Bedeutung jedoch weiter gefaßt. Mit dem Narr verband man Dummheit, intellektuelle Beschränktheit, Geistesblindheit oder sogar Geisteskrankheit. Hinzu kommt, daß mit dem Begriff Narrheit auch stets der Aspekt der Bösartigkeit, des Gefährlichen, des Gottesleugnertums, ja sogar der Erbsünde einherging. Der Narr war somit im ursprünglichen Sinn der Inbegriff der verkehrten, heillosen Welt. Er hatte nur wenig mit dem zu tun, was man heute als Fastnachtsnarr oder Karnevalsnarr bezeichnet.

Anfang des 19. Jahrhundert war das Fastnachtstreiben an einem Punkt angekommen, den viele Menschen nicht mehr als Spaß betrachten konnten. Gefeiert wurde vorwiegend in den unteren Schichten und häufig kam es zu Schlägereien, Pöbeleien und Belästigungen. Die obere Schicht wollte mit den Fratzen und Teufelsbildern, den Raufereien und Trinkgelagen nichts mehr zu tun haben.

Zur Rettung der Tradition und zur Bildung der Bürger beschloss die Stadt Köln 1823 das Fastnachtsgeschehen zu organisieren und zu mehr Ansehen zu verhelfen.Ein Komitee organisierte einen geordneten Karnevalsumzug, die ausschweifenden spontanen Feste wurde in Fastnachtssitzungen und Aufführung von Narrenstücken umgewandelt. Dem Volk gefiel der neue Look der fastnacht und schon bald zogen andere Städte nach. 1825 fand man die geordnete Fastnacht bereits in Düsseldorf und Koblenz, 1826 in Bonn, 1929 n Aachen und bis Mitte des 19 Jahrhundert hatte sich die Fastnacht am gesamten Mittel und Niederrhein durchgesetzt.

entnommen aus www.chiria.de - eigene Kunstwerke In dieser Zeit wurde auch der Begriff des Narren geboren. Zu dieser Zeit jedoch war der Narr ein dummer, in seinem Horizont beschränkter Mensch, der als Inbegriff der unheilvollen und gottfernen Welt stand. Narren galten als bpse, gefährlich und gotteslästerlich. Erst im Laufe der Jahhunderte entwickelte sich daraus der stets lustige und allseits beliebte Fastnachtsnarr, der mit der ursprünglichen Bedeutung nichts mehr gemein hat.
Der Fastnachtsnarr war nicht immer ein lustiger Kerl.