Auswandererwelt Hamburg - mit Kinder-Auswandererweg
Im Mai 2007 eröffnete Ballinstadt in Hamburg die Auswandererwelt, die in drei
originalgetreu rekonstruierten Wohn- und Schlafpavillons die Geschichten der über fünf Millionen Auswanderer erzählt, die zwischen 1850 und 1939 das große Abenteuer wagten.
Die aktive Ausstellung hält Erwachsene und Kinder gleichermaßen gefangen. Die ausgestellten Auswanderern erzählen interessierten Besuchern ihre Geschichte. Überrascht lauschen die Kinder zum Beispiel dem zehnjährigen Heinz, der ganz plötzlich auf die Idee kam, nach Amerika auszuwandern und diesen Plan auch sehr bald in die Tat umsetzte.
Mit einem kleinen Koffer können die Kinder dann ausprobieren, was sie selbst mit nach Amerika nehmen würden. Kleidung oder Kuscheltier, Schreibzeug oder Schuhe. Da kommen die Kinder schnell ins Grübeln, denn in den Koffer passen nur wenige Gegenstände hinein. Erfahrung durch Erleben.
Ein über zwei Meter großer Atlas gibt Informationen über die Herkunftsländer der Auswanderer preis und schon entdeckt der Nachwuchs die Sprachmaschine und stellt sich die Frage, wie man sich wohl in einem fremden Land so ganz ohne Sprachkenntnisse fühlt.
In einem nachgebauten Schiffsrumpf werden Filme über das Bordleben der 20er Jahre gezeigt und originale Briefe, Glücksbringer und persönliche Gegenstände lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden.
Und schon ist man über den großen Teich gereist und wird in einem fremden Land empfangen. Erstaunt erleben Kinder und Erwachsene, welche Prozeduren die Einwanderer über sich ergehen lassen mussten.
Im historischen Pavillon fühlt man sich dann endgültig in die Vergangenheit zurückversetzt. Im nachgebauten Schlafsaal scheint man die Ängste und Hoffnungen zu spüren, die die Menschen hier begleiteten. Historische Dokumente wie Reisepässe und Polizeiakten stellen persönlichen Kontakt zu den Auswanderern her, besonders wenn eigene Vorfahren schon einmal diesen Weg gegangen sind.
Hier findet man auch den weltweit größten Bestand an Passagierlisten von Auswandererschiffen und viele entdecken hier ihren eigenen Nachnamen. Ein Vorfahre? Vielleicht.
Im angeschlossenen Ancestry, einem Familienforschungsbereich, kann man dieser Frage mit großen Datenbanken auf den Grund gehen.
Die Ausstellungshallen sind wundervoll gestaltet. Liebevolle Details führen den Besucher in die Vergangenheit, die sprechenden Auswanderer vermitteln ein Gefühl von persönlicher Atmosphäre und modernste Audio- und Videotechnik lassen die große Zeit der Auswanderer wieder aufleben.
Besonders für die Kinder wurden die Auswandererhallen mit einem besonderen Museumsführer ausgestattet. Die Kinder bekommen eine Spielerkarte und lassen sich am Anfang der Ausstellung fotografieren.
Innerhalb der Ausstellung wandern sie dann von Spielstation zu Spielstation und erleben ihren ganz eigenen Auswandererweg an den interaktiven Stationen. Bei jeder Spielstation erscheint das eigene Photo und die Kinder können an vielen Stellen selbst entscheiden, wie ihre ganz eigene Auswanderer-Geschichte weitergeht.
So muss der kleine Auswanderer zum Beispiel entscheiden, ob er mit den Eltern im eigenen Auto oder lieber mit der Bahn nach Hamburg fahren würde. Die Konsequenzen werden dann auch gleich präsentiert. Und als der Zug nicht ankommt, was soll man nur tun in dieser kalten Nacht? Zurück zu den Großeltern oder lieber auf dem Bahnhof ausharren? Wer auf dem Bahnhof ausharrt, der wird belohnt, denn der Zug trifft doch noch ein.
So wandern die Kinder begeistert von Spielstation zu Spielstation und lernen dabei das Leben eines Auswanderers vor über 100 Jahre spielerisch kennen, packen zwischendurch Koffer, probieren ihre Englischkenntnisse an der Computerstation aus oder sreicheln ein Pferd auf dem multimedialen Markt und vieles mehr.
Im Boot entdecken sie ihre ganz eigene Kinderzone, die für Erwachsene unzugänglich ist und können dort hautnah erfahren, wie wenig Platz eine Person in diesem Schiff auf großer Fahrt hatte. Probeliegen sozusagen.
Und während in anderen Museen die Kinder ungeduldig weiter wollen, müssen hier die Großen so manches mal auf die Kinder warten, die sich noch auf ihrer ganz eigenen Auswanderung befinden und so gar keine Lust haben weiterzuziehen.
Keine Spielstation auslassen, denn sonst funktioniert die nächste Station nicht mehr.
Mit der Circle Line kann man Ballinstadt per Boot erreichen. Mit einem Ticket werden mehrere Haltestellen - wie zum Beispiel die Speicherstadt, die Landungsbrücken oder das Hafenmuseum - angefahren und man kann ein- und aussteigen wo es einem gefällt.
Die Preise entnehmen sie bitte der offiziellen Internetseite (Infokasten links)
Schreiben Sie uns Ihren persönlichen Bericht
wenn auch Sie einen Platz kennen, der für andere Eltern ebenfalls von Interesse sein könnte. Bilder wären natürlich super, sind aber keine Bedingung. Mit Ihrer Mitarbeit soll dieser Freizeitspaß-Führer allen Eltern zu tollen Ausflügen verhelfen.